Der beste Strand für deinen Tag auf Mallorca ist nicht unbedingt der, der auf Fotos am schönsten aussieht. Windrichtung, Wellengang und die Form der Küste können deinen liebsten Badeplatz völlig verändern.
Wenn du ruhiges, klares Wasser suchst, solltest du sowohl die Wind- als auch die Wellenvorhersage prüfen. Vergleiche Strände in verschiedenen Teilen der Insel und suche einen Ort, der vor den während deines Besuchs erwarteten Bedingungen geschützt liegt. Sonnenschein allein bedeutet noch lange nicht, dass das Meer ruhig ist.
Dieser Ratgeber hilft dir bei der Auswahl – mit Beispielen aus unserem Guide zu den schönsten Stränden auf Mallorca und einer praktischen Einführung in die Seewettervorhersage von AEMET.
Wichtig: Nutze die Tipps aus diesem Artikel zusammen mit der allgemeinen Wettervorhersage. Wenn auf der ganzen Insel Regen angesagt ist, wird es mit dem Strandtag wie aus dem Bilderbuch schwierig. Spielt das Wetter aber mit, können die folgenden Tipps den entscheidenden Unterschied machen.
Einen Strand auf Mallorca auswählen: der Schnellcheck
Gehe vor der Abfahrt diese vier Schritte durch:
- Prüfe Windrichtung und Windstärke. Schau dir die Vorhersage für den Küstenabschnitt an, den du besuchen möchtest, und für die Stunden, die du dort verbringen willst.
- Achte auch auf die Wellen. Dünung kann aus einem anderen Gebiet eintreffen, selbst wenn vor Ort nur eine leichte Brise weht.
- Vergleiche die Ausrichtung der Strände. Suche eine Küste oder Bucht, die dem vorhergesagten Wind und den ankommenden Wellen weniger ausgesetzt ist.
- Prüfe die Bedingungen bei deiner Ankunft. Beachte die Strandflaggen und die Anweisungen der Rettungsschwimmer. Die Vorhersage hilft bei der Planung, aber die tatsächlichen Bedingungen am Strand entscheiden darüber, ob du ins Wasser gehen kannst.
Behalte eine zweite Möglichkeit im Hinterkopf. Ist das Meer an deinem Wunschstrand zu unruhig, kannst du den Plan ändern, statt unbedingt dort bleiben zu wollen.
Welche Strände auf Mallorca passen zu welcher Windrichtung?
Auf Mallorca gibt es keinen Strand, an dem das Wasser bei jeder Windrichtung ruhig bleibt. Ein guter Ausgangspunkt ist, die stärker ausgesetzte Küste mit Stränden auf der anderen Inselseite zu vergleichen. Prüfe anschließend die Wellenvorhersage und die Form der jeweiligen Bucht.
Die folgende Tabelle nennt Gebiete, die du näher prüfen kannst. Sie ist keine Garantie für ruhiges Wasser. Die Windrichtung bezeichnet immer die Richtung, aus der der Wind kommt: Nordwind weht von Norden nach Süden.
| Woher kommt der Wind? | Diese Küste zuerst prüfen | Strände zum Vergleichen | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|---|
| Norden oder Nordwesten | Süden und Südosten | Cala Llombards und S’Amarador | Dünung, die in die Bucht gelangt, und Wind an der Buchteinfahrt |
| Osten oder Nordosten | Westen und Südwesten | Sant Elm und die Gegend um Illetes | Mögliche Dünung aus Westen oder Südwesten sowie den örtlichen Wind |
| Süden oder Südosten | Norden und Nordwesten | Playa de Alcúdia, Playa de Muro und Cala Tuent | Die Ausrichtung des einzelnen Strandes und mögliche Dünung aus Norden |
| Westen oder Südwesten | Osten und Südosten | Cala Llombards und S’Amarador | Wellen aus Osten oder Südosten und örtliche Böen |
Wohin bei Nordwind?
Vergleiche zunächst den Süden und Südosten Mallorcas mit der Nordküste. Cala Llombards und S’Amarador sind zwei Möglichkeiten, die du anhand der Vorhersage prüfen kannst.
Geh nicht davon aus, dass ein Strand geschützt ist, nur weil er in einer Bucht liegt. Auch die Ausrichtung der Buchtöffnung und die Richtung der ankommenden Wellen spielen eine Rolle. Bei starkem Wellengang aus Norden solltest du die Bedingungen an der Cala Sant Vicenç, der Cala Mesquida und an der Nordwestküste besonders genau prüfen.
Wohin bei Ostwind?
Bei Ostwind lohnt sich ein Vergleich mit Stränden im Westen und Südwesten, bevor du dich für eine Bucht an der Ostküste entscheidest. Sant Elm und Illetes bieten zwei unterschiedliche Küstenlandschaften, die du in Betracht ziehen kannst.
Prüfe auch für diese Gebiete die Seewettervorhersage. Ein Strand, der dem örtlichen Wind weniger ausgesetzt ist, kann trotzdem Dünung aus einer anderen Richtung abbekommen.
Wohin bei Südwind?
Vergleiche die Vorhersage für die Südküste mit den Bedingungen an nördlichen Stränden wie der Playa de Alcúdia und der Playa de Muro. Wenn du eine andere Kulisse suchst, kommt auch die Cala Tuent an der Nordwestküste infrage.
Diese Strände sind nicht beliebig austauschbar: Eine weitläufige Bucht und eine kleine Bucht am Fuß der Berge unterscheiden sich in ihrer Lage zum Meer und in der Anfahrt. Wähle den konkreten Strand, bevor du die Fahrt planst, und prüfe, ob dort Dünung erwartet wird.
Wohin bei Westwind?
Wenn die Strände im Westen dem Wind ausgesetzt sind, lohnt sich ein Blick auf die Buchten im Osten und Südosten. Cala Llombards und S’Amarador sind zwei Beispiele zum Vergleichen.
Betrachte das als Ausgangspunkt für deine Planung. Eine günstige Lage zum Wind verhindert nicht, dass Wellen vom offenen Meer den Strand erreichen.
Offugo-Tipp: Vergleiche zwei oder drei Strände, bevor du dein Ziel festlegst. Eine kürzere Fahrt zu einem Strand mit günstigen Bedingungen kann sich mehr lohnen als eine lange Fahrt zu einer berühmten Bucht am falschen Tag.
Diese Wellenarten solltest du kennen, bevor du einen Strand auf Mallorca auswählst
Blauer Himmel und angenehme Temperaturen verraten dir, wie das Wetter über deinem Kopf ist. Sie sagen aber nicht alles darüber aus, was dich im Wasser erwartet.
Nehmen wir den Wind: Wenn du segeln und die Welt erkunden möchtest, ist er ein großartiger Verbündeter. Willst du dagegen an einem Traumstrand auf Mallorca entspannen, kann er dir einen Strich durch die Rechnung machen. Selbst bei strahlendem Sonnenschein können Wellen deinen Strandplan durcheinanderbringen.
Wir von Offugo möchten, dass du die Insel genießt und die Strände erreichst, die du besuchen willst. Am liebsten mit einem unserer Autos – zu Fuß geht natürlich auch, wenn du Lust darauf hast! Deshalb zeigen wir dir, wie du Wind- und Wellenvorhersagen liest und im Handumdrehen den passenden Strand findest.
Für die Planung hilft es, zwei Arten von Wellen zu unterscheiden:
- Dünung: Wellen, die sich außerhalb ihres Entstehungsgebiets weiter ausbreiten. Zwischen den einzelnen Wellen liegt meist ein längerer zeitlicher Abstand.
- Windsee: Wellen, die durch den Wind entstehen, der über dem betreffenden Meeresgebiet weht.
Dünung: Wellen aus einem anderen Gebiet
Dünung ist Wellengang, der sein Entstehungsgebiet verlassen hat. Sie kann Mallorca erreichen, auch wenn an deinem ausgewählten Strand nur wenig Wind weht.
Die Wellen treffen meist in größeren Abständen ein und können beträchtliche Höhen erreichen. Manchmal stammen sie von einem weit entfernten Sturm, von dem wir gar nichts mitbekommen haben. Seine Auswirkungen können später ankommen, obwohl das Wetter auf der Insel perfekt wirkt.
In flachem Wasser können die Wellen Sedimente aufwirbeln und das Wasser trüben. Dann ist es nicht mehr so glasklar, wie wir es uns zum Baden oder Fotografieren wünschen. Surfer suchen vielleicht andere Bedingungen, aber für einen entspannten Strandtag solltest du das berücksichtigen.
Wer nur eine Wind-App prüft, kann deshalb eine Enttäuschung erleben. Schau dir auch die Wellenvorhersage an, bevor du entscheidest, wohin es geht.
Windsee: Wellen, die der Wind vor Ort erzeugt
Wind überträgt Energie auf das Wasser und erzeugt Wellen. Wie sie ausfallen, hängt unter anderem von der Windstärke ab, davon, wie lange der Wind weht, und von der Strecke über dem Wasser, auf der er wirkt.
Diese Wellen folgen oft dichter aufeinander und können für eine unruhige Wasseroberfläche sorgen. Ihre Höhe hängt von den Bedingungen ab: Sie sind nicht grundsätzlich klein oder niedriger als Dünungswellen. Auch sie können stören, wenn du dich ausruhen und in Ruhe baden möchtest.
Es braucht keinen kräftigen Levante, wie man ihn aus Südspanien kennt, damit der Wind einen Strandtag verändert. Auch auf Mallorca kann er dir einen guten Grund liefern, vor der Abfahrt einen Blick auf die Karte zu werfen.
An einem ungeschützten Strand kann Windsee unruhiges Wasser und einen weniger angenehmen Tag bedeuten – beim Schwimmen ebenso wie beim Entspannen im Sand.
So prüfst du Wind und Wellengang auf Mallorca mit AEMET
Die Idee klingt einfach: einen Strand suchen, der wenig Wind abbekommt, und prüfen, ob ihn nicht doch Dünung von einem Sturm in einem anderen Teil des Mittelmeers erreicht.
Aber wie gehst du dabei vor? Hier hilft AEMET, der spanische Wetterdienst. Auf seiner Website findest du aktualisierte Wind- und Wellenkarten, mit denen du die vorhergesagte Entwicklung des Meeres verfolgen kannst.
Öffne die AEMET-Seewettervorhersage für die Küste der Balearen auf Englisch. Die Bezeichnungen können je nach gewählter Sprache variieren; einige Inhalte bleiben auf Spanisch.

So findest du dich auf der Karte zurecht:
- Rechts zeigt die Skala die Wellenhöhe in Metern. Auf der Karte für den gesamten Seegang stehen graue Pfeile für Dünung und blaue Pfeile für Windsee.
- Mit den Zeitsteuerungen kannst du durch die Vorhersage blättern. Prüfe Datum und Uhrzeit jedes Bildes, um die erwartete Entwicklung zu verfolgen. Die Karten helfen bei der Planung, garantieren aber keine bestimmten Bedingungen an jedem einzelnen Strand.
Gehe dabei so vor:
1. Wähle die Ansicht für den gesamten Seegang
Wähle im Menü „Parameter“ die Ansicht, die Windsee und Dünung kombiniert. In der englischen Oberfläche heißt sie „Combined sea“, auf Spanisch „Mar combinada“. Wenn du nur eine der beiden Komponenten berücksichtigst, kann dich an deinem vermeintlichen Traumstrand eine Überraschung erwarten.
Die Farben zeigen die signifikante Wellenhöhe: den Mittelwert des höchsten Drittels der Wellen. Lies die Zahlenwerte der Skala, statt dich allein auf eine Farbe zu verlassen.
2. Lies die Wellenpfeile
Auf der Karte für den gesamten Seegang zeigen blaue Pfeile die Windsee und graue Pfeile die Dünung. Sie weisen in die Richtung, in der sich die Wellen ausbreiten. Ihre Länge zeigt den relativen Anteil der jeweiligen Komponente am gesamten Seegang.
Beachte den Unterschied: Nordwind kommt aus Norden, während ein Wellenpfeil anzeigt, wohin sich die Wellen bewegen.
Damit kennst du die wichtigsten Grundlagen. Du kannst die Karte nun auf zwei Arten nutzen:
Für den Einstieg: Suche Gebiete mit geringeren vorhergesagten Wellenhöhen während deines gesamten Besuchs. Prüfe die Zahlenskala: Hellblau allein bedeutet weder, dass es keine Wellen gibt, noch, dass Baden sicher ist.
Für Fortgeschrittene: Vergleiche die Pfeilrichtungen mit der Form der Küste. Google Maps oder Google Earth helfen dir, die Ausrichtung einer Bucht und mögliche schützende Landvorsprünge zu erkennen. So kannst du deine Optionen besser einschätzen. Die Prüfung der Bedingungen vor Ort ersetzt das aber nicht.
Noch ein Tipp: Schau dir an, wie sich der Wellengang in den folgenden Tagen entwickelt. Wenn der Wind nachlässt, wird das Meer nicht automatisch im selben Moment ruhig. Mehrere Vorhersagezeitpunkte zu vergleichen hilft dir, deine Strandbesuche besser zu verteilen.
3. Prüfe die Uhrzeiten deines Besuchs
Gehe die Vorhersagezeiten durch und vergleiche die erwarteten Bedingungen bei deiner Ankunft, während deines Aufenthalts und vor der Rückfahrt. Ein Strand, der früh am Morgen geeignet erscheint, kann am Nachmittag ganz anders aussehen.
Achte auf das Datum und die angegebene Zeitbasis, besonders wenn du mehrere Tage im Voraus planst.
4. Lies den Küstenwetterbericht und die Warnungen
Ergänze die Karte durch den schriftlichen Wetterbericht und die Warnungen für das jeweilige Gebiet. Mehr Informationen findest du in der AEMET-Anleitung zur Seewettervorhersage auf Spanisch.
Diese Vorhersagen beschreiben die Bedingungen an der Küste. Sie sind keine Beurteilung der aktuellen Badebedingungen in jeder einzelnen kleinen Bucht.
Wenn du Wind- und Wellenvorhersagen mit dem allgemeinen Wetterbericht kombinierst, steigen deine Chancen auf einen gelungenen Strandtag.
Plane deine Strandbesuche nach dem Zustand des Meeres
Wenn mehrere Strände auf Mallorca auf deiner Wunschliste stehen, nutze die Seewettervorhersage, um sie auf die einzelnen Tage zu verteilen. Bleib flexibel: Ist das Meer an einer Küste unruhig, prüfe einen anderen Teil der Insel, bevor du zu deinem ersten Wunschziel aufbrichst.
Heb dir den Strand, auf den du dich besonders freust, für einen Tag mit günstigeren Bedingungen auf. Wenn du auf klares, türkisfarbenes Wasser hoffst, bedenke: Nach starkem Wellengang kann das Wasser noch trüb sein, auch wenn der Wind schon nachgelassen hat.
Wähle vor der Abfahrt einen zweiten Strand in der Nähe als Alternative und prüfe für beide die Anfahrt und die Parkmöglichkeiten. Praktische Informationen findest du in unserem Guide zu den schönsten Stränden auf Mallorca.
Vor dem Baden: Prüfe die Bedingungen am Strand
Achte bei deiner Ankunft auf die Flaggen, lies die Hinweisschilder und befolge die Anweisungen der Rettungsschwimmer. Bei roter Flagge gehst du nicht ins Wasser.
Ein windgeschützter Platz im Sand bedeutet nicht, dass sich das Meer zum Baden eignet. Wind, der vom Land aufs Meer weht, kann außerdem aufblasbare Schwimmartikel und SUP-Boards von der Küste wegtreiben.
Wenn es keine Rettungsschwimmer gibt, ist das Fehlen einer Flagge ebenfalls keine Bestätigung dafür, dass Baden sicher ist. Sind die Bedingungen ungeeignet, genieße die Aussicht oder entscheide dich für eine andere Aktivität.
Häufige Fragen
Auf welcher Seite Mallorcas ist es weniger windig?
Das hängt von der Windrichtung am jeweiligen Tag und von der Landschaft vor Ort ab. Vergleiche verschiedene Küsten anhand der aktuellen Vorhersage und prüfe danach die Ausrichtung der einzelnen Strände, die für dich infrage kommen.
Ist das Wasser in geschützten Buchten immer ruhig?
Nein. Eine Bucht kann vor Wind aus einer Richtung geschützt sein und Wind aus einer anderen Richtung ungehindert abbekommen. Außerdem kann Dünung hineingelangen, selbst wenn du am Strand kaum Wind spürst.
Kann es Wellen geben, obwohl kaum Wind weht?
Ja. Dünung kann aus einem Gebiet eintreffen, in dem die Wellen zuvor entstanden sind. Prüfe neben der Windvorhersage auch die Vorhersage für den gesamten Seegang, die Windsee und Dünung kombiniert.
Ist das Meer morgens immer ruhiger?
Nein. Die Bedingungen hängen von der Wetterlage und den ankommenden Wellen ab. Schau dir die Vorhersage für die tatsächlichen Stunden deines Besuchs an, statt dich auf eine feste Regel zu verlassen.
Schreib uns, wenn du Hilfe bei der Strandauswahl brauchst
Wir wissen, dass es etwas Übung braucht, Wind- und Wellenvorhersagen zu lesen. Melde dich gern bei uns – wir helfen dir weiter. Wenn du noch am selben Tag an den Strand möchtest, können wir vielleicht nicht innerhalb einer halben Stunde antworten. Wir geben aber unser Bestes!
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